Jahresprogramm 2026

Samstag, 17. Januar, 14:00 Uhr
Duisburg im Spätmittelalter (Vortrag)
Thorsten Fischer
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Wie funktionierte eine Stadt im Spätmittelalter? Am Beispiel Duisburgs führt der Vortrag in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte einer niederrheinischen Stadt zwischen Handel, Handwerk und regionalen Netzwerken ein. Im Mittelpunkt stehen die wirtschaftlichen Grundlagen des städtischen Lebens, das spannungsreiche Verhältnis zum Landesherrn sowie die Formen der Selbstverwaltung durch die städtische Oberschicht.

Der Vortrag zeigt, wie Ratsherren und Kaufleute politische Macht ausübten, städtische Interessen vertraten und die Geschicke Duisburgs im Spätmittelalter prägten. Eine wichtige städtische Quelle bilden zudem die seit dem 14. Jahrhundert überlieferten Stadtrechnungen. Sie dokumentieren Einnahmen und Ausgaben, Bau- und Befestigungsmaßnahmen, Zahlungen an Amtsträger sowie die Kosten städtischer Repräsentation.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Schöffenurkunde 1335

Samstag, 7. Februar, 14:00 Uhr
Hier werden Sie geholfen! Bibliotheken und Archive vor Ort (Vortrag)
Margret Stohldreier
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Im näheren Umkreis der Duisburger Innenstadt stehen mehrere hervorragende Bibliotheken und Archive zur Verfügung. Sie bewahren das kulturelle und historische Gedächtnis der Region und machen es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Die Buchhändlerin Margret Stohldreier gibt in ihrem Vortrag eine Einführung in die Nutzungs- und Zugangsmöglichkeiten dieser Einrichtungen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Stadtarchiv, die Universitätsbibliothek und das Landesarchiv. Anhand zahlreicher Beispiele weist sie auf interessante Literatur hin, die nicht nur für „Freunde von Mercators Nachbarn“ von besonderem Interesse ist.

Viele wissen zudem nicht, dass Fernleihe und Dokumentlieferdienste zum regulären Service von Bibliotheken gehören: Medien aus anderen Bibliotheken können auf diesem Weg gegen geringe Gebühren für jedermann vermittelt und geliefert werden.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Carl Spitzweg: Der Bücherwurm, um 1850

Samstag, 28. Februar, 14:00 Uhr
Zwei Flüsse, eine Stadt – Trennung, Austausch und Zusammenhalt in Duisburgs Geschichte (Führung)
Harald Küst
Treffpunkt: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Flüsse trennen und verbinden zugleich: Ohne Brücke oder Boot sind sie kaum zu überwinden, doch über sie gelangen Menschen, Ideen und Güter in die Stadt. Was bedeutet es für Duisburg, mit Rhein und Ruhr gleich zwei solcher „flüssigen Grenzen“ zu besitzen – und zugleich einen der größten Binnenhäfen der Welt? Welche Rolle spielt diese Lage für den Zusammenhalt und das Selbstverständnis der Stadt?

In seiner Führung durch die Stadtgeschichte-Ausstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum zeigt Harald Küst von „Mercators Nachbarn“, wie sich in Duisburg Geschichte als Wechselspiel von Begrenzung und Begegnung, Distanz und Austausch begreifen lässt – dort, wo zwei Flüsse schon seit Jahrhunderten Menschen und Welten verbinden.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Heinz Rausch, „Hafen in Ruhrort“, KSM

Samstag, 7. März, 14:00 und 16:00 Uhr
Anna von Kleve / Entscheidung für Duisburg (szenische Lesung)
Zwei Spielszenen zum Tag der Archive
Mercators Nachbarn
Ort: Stadtarchiv Duisburg

Anlässlich des Tags der Archive spielen „Mercators Nachbarn“ zwei Szenen ihrer szenischen Lesung:

„Anna von Kleve“ erzählt davon, wie sich Anna von Kleve, die Schwester von Herzog Wilhelm V., auf ihre Hochzeit mit Heinrich VIII. von England vorbereitet. So manche seiner Gemahlinnen nahm ja kein gutes Ende – ob Anna wohl mehr Glück haben wird?

In „Entscheidung für Duisburg“ wird deutlich, wann und wieso Gerhard Mercator eigentlich nach Duisburg gezogen ist. Und was seine Freunde und Kollegen von solchen Plänen hielten.

Mercators Nachbarn. Foto: Tanja Pickartz / Stadt Duisburg

Freitag, 13. März, 14:00 Uhr
Alt-Wanheim: Heimat für Generationen (Führung)
Veronika Reiners und Antje Furthmann
Treffpunkt: Ecke Wanheimer-/Heiligenbaumstraße

Obwohl Duisburg als Großstadt heute sehr urban, modern und industriell geprägt ist, haben sich einige Stadtteile etwas von ihrer dörflichen und beschaulichen Vergangenheit bewahrt. Dies gilt insbesondere für Alt-Wanheim. Viele Familien leben hier seit mehreren Generationen; entsprechend eng sind ihre Geschichten mit dem Ort verbunden.

Die Führung geht der Frage nach, wie Menschen in Wanheim gelebt haben, was sie zusammengehalten hat und wie sich der Stadtteil im Laufe der Zeit verändert hat. Anhand von Orten, Erinnerungen und überlieferten Familiengeschichten wird sichtbar, wie sehr Lebenswege und Stadtteilgeschichte miteinander verwoben sind.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Wanheimerstraße in Alt-Wanheim. Foto: Heimat- und Bürgerverein Wanheim

Samstag, 14. März, 14:00 Uhr
Religionen in Duisburg. Ein Streifzug durch die Stadtgeschichte (Führung)
Werner Pöhling
Treffpunkt: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Schon weit vor der Einführung des Christentums in unserer Region zeugen archäologische Funde wie etwa Bestattungssitten von den Glaubensvorstellungen der hiesigen Menschen. Durch schriftliche Überlieferungen weitet sich unser Wissen über die Religion im Mittelalter wesentlich aus.

Im 16. Jahrhundert wird Duisburg protestantisch; erst die Zuwanderung im beginnenden Industriezeitalter zieht erneut viele katholische Menschen ins Ruhrgebiet. Doch auch Juden und Muslime sind schon seit langer Zeit Teil unserer Stadt. Und heutzutage gibt es eine große Vielfalt an Religionen und Glaubensrichtungen in unserer Stadt.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Jesus und zwei Apostel. Foto: Uwe Köppen / Stadt Duisburg

Samstag, 21. März, 14:00 Uhr
Von der Land-Art zur Street-Art – Kunstwerke entlang des Innenhafens (Führung)
Markus Schneider-Bachmann und Ferdinand Leuxner
Treffpunkt: Johannes-Corputius-Platz (am Stadtmodell)

Der Duisburger Innenhafen verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt. Wo früher Lagerhäuser standen, hat heute die Kultur ein Zuhause. Neben den Museen und Sammlungen finden sich viele freistehende Kunstwerke entlang des ehemaligen Handelshafens.

Die Historiker Ferdinand Leuxner und Markus Schneider-Bachmann begeben sich auf Spurensuche – vom Garten der Erinnerung des Landartists Dani Karavan bis zur Galerie des Heimat-Graffiti-Projekts unter der A59.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Street-Art in Duisburg. Foto: Ferdinand Leuxner

Sonntag, 29. März, 11:15 Uhr
1566. Die Entstehung von Duisburgs schönstem Stadtplan (Mercator Matinée)
Mercators Nachbarn
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Der älteste vermessene Stadtplan von Duisburg ist nicht nur ein bedeutendes Dokument der Stadtgeschichte, sondern auch ein ästhetisches Meisterwerk: der Corputius-Plan von 1566.

Die attraktive Perspektive aus Nordwesten bietet uns ein lebendiges Bild des – fast noch mittelalterlichen – Duisburgs. Geschaffen wurde der Plan von Johannes Corputius, einem jungen Studenten aus Breda, der bei Gerhard Mercator Landvermessung und die Kunst des Kupferstechens erlernte. Entstanden ist die großformatige Karte zu einer Zeit, in der Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg den Bau einer Universität in Duisburg plante. Mit ihrer Genauigkeit und Detailtreue dient sie bis heute als wertvolles Hilfsmittel für Archäologen und Historiker.

In Spielszenen und Kurzvorträgen führen „Mercators Nachbarn“ in die Entstehungszeit des Plans zurück – an zentrale Orte wie Mercators Werkstatt, und mitten hinein in die Herausforderungen, mit denen Corputius zu kämpfen hatte. Neben der technischen Umsetzung thematisieren die Szenen auch die Bedeutung des Plans – und beleuchten die Rolle, die Mercators tatsächliche Nachbarn dabei spielten.

„Der Corputius-Plan ist für uns wie ein Spielfeld, aus ihm entstehen Führungen und Vorträge. Zum Alltagsleben der Bürger, zu historischen Ereignissen und zu den Menschen rund um Mercator.“ (Dr. Jonas Springer, „Mercators Nachbarn“)

Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei

Johannes Corputius und der Stadtplan. Foto: Ulrich Peter

Samstag, 11. April, 14:00 Uhr
Zwei Briefe aus Duisburg vor 75 Jahren – Private Berichte aus der Nachkriegszeit (Vortrag)
Thomas Heiken
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Am 3. Juli 1951 sitzt die 38-jährige Lotte in der Wohnküche ihrer Wohnung in der Eigenstraße 54 in Duisburg-Hochfeld und schreibt einen Brief an ihre Mutter. Darin berichtet sie von dem bescheidenen Leben, das sie mit ihrem Mann Ernst und ihrem Sohn Udo führt. Die Mutter lebt noch in einer Unterkunft in Martfeld bei Bremen, in der die Familie nach der Vertreibung aus Westpreußen zum Kriegsende 1945 Zuflucht gefunden hatte. Erst seit einiger Zeit hat Lottes Mann Arbeit bei der Duisburger Kupferhütte – nun konnte er Frau und Kind nachkommen lassen.

Genau vier Monate später folgt ein zweiter Brief. Begeistert schildert Lotte darin ein einschneidendes Erlebnis: die Feier zum 75-jährigen Bestehen der Kupferhütte, zu der bereits 1951 Gäste aus aller Welt nach Duisburg kamen. In diesen Briefen wird sichtbar, wie rasch sich Lebensumstände, Hoffnungen und Perspektiven verändern – Entwicklungen, die später unter dem Schlagwort des „Wirtschaftswunders“ zusammengefasst wurden.

Thomas Heiken zeigt und liest überwiegend zeitgenössische Texte, ergänzt durch historische Fotografien, Zeichnungen und Zeitungsausschnitte.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.


Samstag, 18. April, 14:00 Uhr
Frau Mercator denkt sich ihren Teil – Splitter aus ihrem fiktiven Tagebuch (Vortrag)
Margret Stohldreier
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Das Mercator-Haus an der Oberstraße Nr. 2 war in mehrfacher Hinsicht ein Sammelpunkt: Das „Unternehmen Familie Mercator“ bildete ein weit verzweigtes Netzwerk rund um Kartographie und Landvermessung. Zahlreiche Menschen aus Duisburg und darüber hinaus suchten das Haus mit seinen Werkstätten auf, um mit einem der berühmtesten Gelehrten der Stadt in Kontakt zu treten.

In der Rolle der Barbara Schellekens – verkörpert von Margret Stohldreier – eröffnet sich eine andere Perspektive auf diesen Mikrokosmos. Sie berichtet von ihren vielfältigen Aufgaben: die Töchter standesgemäß zu verheiraten, zur Erziehung der drei Söhne und der Enkelsöhne beizutragen, ihrem Mann Geert den Rücken freizuhalten, die große Schar an „Mitessern“ zu versorgen und nicht zuletzt dafür zu sorgen, dass die Kasse stimmt.

Einen besonderen Einblick erhalten wir in den Tag, an dem in der Werkstatt erstmals die berühmte Mercator’sche „Große Weltkarte von 1569“ präsentiert wird. Was Frau Mercator davon hält? Darüber hat sie sich ihre eigenen Gedanken gemacht…

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Jan Vermeer: Briefschreiberin und Dienstmagd, um 1670

Samstag, 25. April, 14:00 Uhr
Der Böningerpark: Prächtige Villen und die Geschichte des Parks (Führung)
Harald Küst
Treffpunkt: Ecke Düsseldorfer-/Tiergartenstraße

Heute ist der Böningerpark im Dellviertel vor allem ein beliebter Erholungsort. Doch er hat eine spannende Geschichte zu erzählen: Einst stand hier am Dickelsbach eine Wassermühle, die dem Ritterorden der Johanniter gehörte.

1774 kaufte die Tabakindustriellenfamilie Böninger die Mühle mitsamt dem Grundstück und errichtete hier einen Sommersitz. Im 20. Jahrhundert wurde der Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Führung zeigt, welche Spuren der Geschichte hier noch zu entdecken sind.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Böninger Park mit Mühle

Sonntag, 26. April, 11:15 Uhr
Uruk, die erste Stadt (Mercator Matinée)
PD Dr. Ingo Schrakamp
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Unter „Stadt“ versteht man im Allgemeinen ein geschlossenes Siedlungsgebiet mit hoher Bebauungs- und Bevölkerungsdichte und differenzierter Sozialstruktur, die das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum ihres Umlandes darstellt. Im Bereich der Keilschriftkulturen Mesopotamiens haben seit 1913 mehr als 30 Grabungskampagnen im sumerischen Uruk (im heutigen Südirak), reichhaltige Befunde erbracht, auf deren Grundlage sich die Entstehung der ersten Stadt nachverfolgen lässt.

Hier tritt uns um 3300 v. Chr. ein frühes Staatswesen entgegen, das durch eine urbane Kultur getragen wurde, die auf dem Bewässerungsfeldbau basierte und, neben einer gegenüber den vorangegangenen Perioden neuartigen monumentalen Architektur, darstellende Kunst in Rund- und Flachbild, Rollsiegel und nicht zuletzt die Keilschrift hervorgebracht hatten. Bereits um 3000 v. Chr. bedeckte Uruk ein Siedlungsgebiet von rund 500 Hektar und hatte modernen Schätzungen zufolge eine Bevölkerung von 25.000–50.000 Einwohnern.

Der Vortrag beleuchtet anhand archäologischer und keilschriftlicher Befunde die Entstehung der ersten Stadt und ihre Bedeutung für die weitere Entwicklung im Bereich der Keilschriftkulturen Mesopotamiens.

Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei

Zikkurat von Uruk. Foto: tobeytravels, CC BY-SA 2.0

Samstag, 9. Mai, 14:00 Uhr
Von Einheimischen und Zugezogenen – Führung durch Friemersheim (Führung)
Roland Wolf
Treffpunkt: Dorfkirche Friemersheim

Der Spaziergang beginnt am Eingang der Dorfkirche mit einer historischen Episode und einer kaum noch lesbaren Inschrift. Weiter geht es über den Deich dorthin, wo man einst das kleinste Kino und das erste Internet-Café Deutschlands besuchen konnte. Auf dem Werthschenhof geht es dann tiefer in die Vergangenheit: Im 16. Jahrhundert lebte ein prominenter Freund von Gerhard Mercator in dem noch immer erhaltenen achteckigen Turm.

Roland Wolf erzählt sowohl aus der lange vergangenen Geschichte Friemersheims als auch von ganz persönlichen Erinnerungen an seine Jugend.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Villenkolonie in Friemersheim

Sonntag, 31. Mai, 11:15 Uhr
Die Idealstadt der italienischen Renaissance (Mercator Matinée)
Prof. Jan Pieper
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Der Vortrag behandelt eingangs die Entstehung des Idealstadtgedankens der italienischen Renaissance, zeigt dann die Anfänge der konkreten städtebaulichen Umsetzung in Pienza (1459/1464) und schließlich einen der manieristischen Höhepunkte in der Stadtanlage von Sabbioneta (1554/1571). Unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Pieper hat der Lehrstuhl für Architekturgeschichte der RWTH Aachen von 2007 bis 2014 die herrschaftlichen Gebäude der UNESCO-Weltkulturerbestätte vermessen und mit den Methoden der historischen Bauforschung untersucht.

Die Stadt entstand innerhalb weniger Jahre, fiel aber nach dem Tod des Stadtgründers Vespasiano Gonzaga (1531–1591) in einen Jahrhunderte währenden Dornröschenschlaf. Sabbioneta blieb so als Modell einer Residenzstadt des 16. Jahrhundert erhalten. Ziel der Forschungen war, den Idealplan des Fürsten in seiner Geometrie und städtischen Struktur zu analysieren. Die exakte Bauvermessung lieferte hierbei die Grundlage, das Maßsystem der Idealstadt zu entschlüsseln.

Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei

Im Vorfeld der Matinée findet um 10 Uhr in der Salvatorkirche ein thematischer Gottesdienst mit Pfarrer Martin Winterberg statt.

Piazza Ducale in Sabbioneta. Foto: Massimo Telò, CC BY-SA 4.0

Samstag, 6. Juni, 14:00 Uhr
Mercators Briefe – so schrieb er „in echt“! (Vortrag)
Margret Stohldreier
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Der erste Blick auf ein „echt altes“ Briefdokument kann ernüchternd sein: „Man sieht ja gar nichts!“ Tatsächlich erschließen sich viele historische Handschriften nicht auf Anhieb. Doch es gibt heute vielfältige Möglichkeiten, auch mithilfe moderner Technik, den schriftlichen Geheimnissen vergangener Jahrhunderte auf die Spur zu kommen.

Im Jahr 2022 wurden im Rahmen eines Projekts der Universität Duisburg-Essen 83 der mehr als 200 überlieferten Briefe Gerhard Mercators neu bearbeitet und veröffentlicht. Die fortschreitende Digitalisierung historischer Korrespondenzen eröffnet dabei nicht nur neue Forschungszugänge, sondern macht diese Quellen auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Im Vortrag werden daher unter anderem die Online-Zugänge zu den entsprechenden Datenbanken der Universitätsbibliotheken vorgestellt. Anhand zahlreicher Beispiele – darunter Briefe von Johannes Corputius, Johannes Molanus und Dorothea Mercator – richtet sich der Blick zudem auf das Aufblühen der frühneuzeitlichen Briefkultur zur Zeit Mercators.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Brief von Gerhard Mercator an Johannes Vivianus 4.6.1593. Foto: KSM

Samstag, 13. Juni, 14:00 Uhr
Sagen und Legenden im Duisburger Wald (Führung)
Dr. Andrea Gropp, Roland Wolf, Harald Küst
Treffpunkt: Neudorf, Kammerstraße 233 (vor TuRa 88)

In früheren Zeiten galt der Duisburger Wald nicht allein als ein Ort des Schreckens und der Gefahr für Leib und Leben, oft versprach er auch Zuflucht vor Feinden oder Freiheit vor der Obrigkeit. Roland Wolf, Dr. Andrea Gropp, Harald Küst werden besondere Orte ansteuern und dort von den Geschichten und Mythen berichten, die sich um den Wald ranken.

Natürlich geht es zum Heiligen Brunnen, in dessen Nähe sogar versteckte Schätze aus der Vorzeit gefunden wurden. Aber was hat es wohl mit dem Teutoburger Wald auf sich, den Johannes Corputius auf seinem Stadtplan einzeichnete? Versteckte sich der gefährliche Räuber Schinderhannes wirklich in einer Höhle bei Duisburg? Und warum waren die Zwerge gefürchtet, die einstmals hier im Duisburger Wald gewohnt haben sollen?

Geplant ist keine große Wanderung, sondern ein Spaziergang von ca. anderthalb Stunden, den man ohne viel Mühe bewältigen kann. Wettergerechte Kleidung und passendes Schuhwerk werden aber empfohlen.
Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Wo sich einst Räuber verbargen, wurde später Theater gespielt. Waldbühne, um 1930. Foto: Stadtarchiv Duisburg

Sonntag, 21. Juni, 11:15 Uhr
Suche Paris und finde es in deiner Phantasie (Mercator Matinée)
Wolfgang Schwarzer und Dirk Schäfer
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Was ist Paris? Der Flirt unter den Laternen des Pont Alexandre III? Das Licht über der Seine? Die Proteste der Jungs aus den Vorstädten? Die Liebenden vom Pont-Neuf? Die Zelte der Obdachlosen in den Straßen und das Schloss von Versailles? Belle de Jour und der Glöckner von Notre-Dame? Gelbwesten und Haute-Couture? Moulin Rouge und der Palais de l’Elysée? Maigret und Fantômas? Freiheitsbaum und Guillotine, Mona Lisa und Irma La Douce? Das Baguette mit einer Flasche Rotwein am Seinequai und das Fünfgänge-Menu im Ritz? Sartre, Piaf, Lautrec, Deneuve, Rodin, Beauvoir und … das Bistro in dem du sitzt, seit Stunden, diese Melodie aus irgendeinem Dachfenster: „Jetzt komm schon her du Lord, du schaust ja wie ein Kind, lass los und komm nach dort, wo mein Königreich beginnt…“.

All das ist Paris und noch viel mehr: die Summe seiner Geschichte und Geschichten, seiner Revolutionen und Revolten, seiner Katastrophen und seines Glamour, seiner Chansons, Gedichte, Romane und Filmbilder. Und vor allem ist es die Schnittmenge zwischen Realität und Fantasie.

Begleiten Sie Dirk Schäfer und Wolfgang Schwarzer auf der Suche nach der Identität einer Stadt, die der ganzen Welt gehört und dennoch für immer ein Rätsel bleibt.

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft.
Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei

Wolfgang Schwarzer & Dirk Schäfer

Samstag, 4. Juli, 14:00 Uhr
Vom Fischerdorf zum Industriestandort – Stadtteilrundgang durch Wanheim (Führung)
Veronika Reiners
Treffpunkt: Ecke Wanheimer-/Heiligenbaumstraße

Wanheim erzählt auf engem Raum von tiefgreifenden Umbrüchen: Der Rundgang folgt den Spuren des ehemaligen Fischerdorfes, führt durch Arbeitersiedlungen der Industrialisierung und zeigt, wie sich Landschaft und Stadtteil im Zuge industrieller Nutzung verändert haben. Der Spaziergang spannt den Bogen von historischen Strukturen bis zur heutigen Industrielandschaft, etwa mit Blick auf die weithin sichtbare Landmarke „Tiger & Turtle“ als Zeichen des Wandels.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Siedlung in Wanheim

Samstag, 18. Juli, 14:00 Uhr
Frühe Neuzeit – Fortschritt im 16. Jahrhundert (Vortrag)
Margret Stohldreier
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Kriege, Hungersnöte, Pandemien, Klimaveränderungen, Machtmissbrauch, Armut und Gewalt prägten das Leben im 16. Jahrhundert – insbesondere für Frauen. Zugleich entstanden in dieser Zeit neue Ziele und Möglichkeiten: der Austausch von Gütern und Ideen über weite Entfernungen, verbesserte Ernährung, medizinische Versorgung und Gesundheitsfürsorge, die Ausweitung der Schreib- und Lesekultur, zunehmende Mobilität, ein verlässliches Postwesen, neue politische Machtgefüge und Fragen der freien Glaubenswahl.

Wie konnte dieser tiefgreifende Wandel gelingen? Um 1500 setzte eine Zeitenwende ein, die wir heute als „Frühe Neuzeit“ bezeichnen. Sie steht für grundlegende Veränderungen in nahezu allen Bereichen des menschlichen Lebens. Eng verbunden damit ist der Begriff der „Renaissance“, der „Wiedergeburt“ bedeutet: die bewusste Rückbesinnung auf antike Wissensbestände und deren Übertragung in eine neue Gegenwart.

In einem anschaulichen Vortrag mit zahlreichen Beispielen richtet Margret Stohldreier den Blick auf zentrale Bereiche des Alltags wie Ernährung, Haushaltsführung, Krankenpflege und Reisen. Dabei wird deutlich, wie sich die großen Umbrüche der Zeit im täglichen Leben widerspiegelten – etwa auch im Haushalt Gerhard Mercators.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Jost Amman: Buchdrucker, 1568

Sonntag, 19. Juli, 11:15 Uhr
Zwischen Asphalt und Artenvielfalt – Wege zu einer resilienten Stadtentwicklung (Mercator Matinée)
Dr. Kerrin Trimpler
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Stadtgrün gewinnt im Kontext des Klimawandels zunehmend an Bedeutung – nicht nur als ästhetisches Element urbaner Räume, sondern als integraler Bestandteil nachhaltiger Stadtentwicklung und wirksamer Klimaanpassungsstrategien. Der Vortrag zeichnet zunächst die historischen Entwicklungslinien der Stadtbegrünung nach – von frühen Parkanlagen über die Gartenstadtbewegung bis hin zu heutigen Konzepten grüner Infrastruktur.

Darauf aufbauend werden aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis vorgestellt, etwa zu den klimawirksamen Potenzialen von Dach- und Fassadenbegrünung, kühlenden Effekten urbaner Vegetation sowie naturbasierten Lösungen im städtischen Raum. Anhand ausgewählter Praxisbeispiele aus dem In- und Ausland wird veranschaulicht, wie Stadtgrün gezielt zur Minderung von Hitzeinseln, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Förderung von Biodiversität beitragen kann.

Abschließend werden Herausforderungen und Chancen der Integration von Stadtbegrünung in kommunale Planungsprozesse diskutiert – insbesondere im Hinblick auf Flächennutzungskonflikte, Pflegeaufwand und langfristige Wirksamkeit. Ziel des Vortrags ist es, ein vertieftes Verständnis für die Rolle von Stadtgrün im Klimaschutz zu vermitteln und Impulse für zukunftsfähige, resiliente Städte zu geben.

Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei

Grüne Städte? Foto: Cyrill, CC-0

Samstag, 15. August, 14:00 Uhr
Die französischen Könige – Liegt ihr historischer Ursprung etwa in Duisburg (dispargum)? (Führung)
Roland Wolf
Treffpunkt: Burgplatz (Mercatorbrunnen)

Chlodio ist der erste namentlich bekannte Frankenkönig. Er lebte in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts. Um 580 berichtet der Geschichtsschreiber Gregor von Tours in seiner „Geschichte der Franken“, dass Chlodio seinen Sitz im „castrum dispargum“ nahm. Handelt es sich bei diesem Castrum, also einer Burg oder einer befestigten Siedlung, um Duisburg?

Im Mittelalter und noch zu Mercators Zeit war der Name „Dispargum“ in Verwendung. Ist Duisburg also der Ursprung der Frankenkönige? Die Identifikation ist nicht unumstritten. Die Führung zeigt, was für und was gegen sie spricht.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Nicolas de Larmessin: König Chlodio, um 1690. BNF

Samstag, 29. August, 14:00 Uhr
Zu Gast bei Mercators Freunden (Führung)
Dr. Andrea Gropp, Roland Wolf
Treffpunkt: Johannes-Corputius-Platz (am Stadtmodell)

„Dispargum doctum“ – das „gelehrte Duisburg“ – so nannte man unsere Stadt in der Frühen Neuzeit. Viele Gelehrte unterschiedlicher Disziplinen hatten sich damals hier niedergelassen. Gerhard Mercator ist sicher der bekannteste unter ihnen. Doch lohnt sich auch ein Blick auf seine Nachbarinnen und Nachbarn: Zaun an Zaun mit ihm lebte etwa das Forscherpaar Cornelius Wouters und Georg Cassander, die einst einen echten Schatz im Kloster Werden fanden.

Etwas weiter wohnte die Familie Otho, deren Tochter Johanna mindestens so klug war wie ihr Vater Johannes. Auf dem Alten Markt, wo sich damals das Gymnasium befand, begegnen wir einem äußerst streitbaren Schuldirektor und seinem Stellvertreter – ausgerechnet in ihn verliebte sich Mercators Tochter Emerentia. Nicht zu vergessen Johannes Corputius, ein unbequemer Zeitgenosse, der mit der Familie Mercator unter einem Dach lebte. Die Führung zeigt, wo diese Menschen lebten und was wir heute über sie wissen – und erzählt nebenbei vom Alltag im Duisburg des 16. Jahrhunderts.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Duisburgum Doctum

Samstag, 12. September, 14:00 Uhr
Maulwurf, Eule, Papagei – Tierische Kunst in Duissern (Führung)
Ferdinand Leuxner
Treffpunkt: Haltestelle Lutherplatz

Duissern ist in der Stadt Duisburg wohl vor allem für den Zoo bekannt, der sich am Fuße des Kaiserbergs erstreckt. Lebende Tiere sind aber nicht die einzigen, die den Stadtteil bevölkern: Kunstwerke in Duissern zeigen eine erstaunliche Vielfalt verschiedener Tierarten. Zwischen der Mülheimer Straße und der A40 sind Lebewesen aus Stahl, Stein oder Papier zu finden. Hinter der Motivwahl stecken spannende Geschichten, die während des Rundgangs mit dem Historiker Ferdinand Leuxner vorgestellt werden.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Streetart in Duisburg. Foto: Maximilian Cieszynski

 


Sonntag, 20. September, 11:15 Uhr
Urbane Überforderungen – Europas Städte am Scheideweg (Mercator Matinée)
Prof. Dr. Ilse Helbrecht
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

In Europa leben 80 Prozent der Menschen in Städten. Großstädte ebenso wie Kleinstädte erfüllen dabei vielfältige gesellschaftliche Funktionen: Sie sind politische Machtzentren, wirtschaftliche Knotenpunkte und kulturelle wie technologische Innovationsorte.

Während die Geschichte der Menschheit weitgehend eine Geschichte der Urbanisierung ist, also des Stadtwachstums, zeigen sich neuerdings vielfältige Krisensymptome: Europäische Städte scheinen zunehmend durch den demographischen Wandel (Überalterung), soziale Polarisierung (Gentrifizierung) und die Krise auf dem Wohnungsmarkt überfordert, ihre Rolle als Orte des Zusammenhalts und der gesellschaftlichen Integration zu spielen. Was sind die Ursachen dieser Überforderung? Welche Wege in die Zukunft sind möglich?

Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei


Samstag, 26. September, 14:00 Uhr
Vergessene Erinnerungsorte auf dem Kaiserberg (Führung)
Dr. Jonas Springer
Treffpunkt: Haltestelle U 901 („Duisburg Zoo/Uni“)

Der Kaiserberg in Duissern gilt mit seinem weitläufigen Naturareal als beliebtes Ausflugsziel in der Stadt. Jedoch finden sich unscheinbare Spuren von Denkmälern am Wegesrand, die heute nur noch schwer zu interpretieren sind. Der Historiker Dr. Jonas Springer nimmt die Teilnehmenden mit auf eine Zeitreise und stellt ausgewählte Denkmäler vor, welche die Erinnerungskultur auf dem Kaiserberg repräsentieren. Seit 1881 trägt der „Duissernsche Berg“ aufgrund des zehnjährigen Jubiläums zur Gründung des deutschen Kaiserreichs seinen gegenwärtigen Namen.

Schnell entwickelte sich die Park- und Naturanlage zu einem Ort, wo der Geschichte des noch jungen Kaiserreichs feierlich erinnert werden sollte. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal (1898–1942) zusammen mit den Kaskadenanlagen verkörperte prominent den Zeitgeist der Duisburger Stadtbevölkerung. Doch vermitteln bis heute auch andere Denkmäler und Erinnerungszeichen Botschaften, die selbst gegenwärtig aufgesucht und diskutiert werden. Wer war Dietrich Henning und welche Sportart machte er in Duisburg salonfähig? Warum wird die Siegfried-Figur auf dem Ehrenfriedhof beschmiert und was verbirgt sich hinter dem Begriff „Gedenkklotz“?

Festes Schuhwerk wird für den Rundgang empfohlen.
Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Henning-Denkmal. Foto Dat doris, CC BY-SA 4.0

Samstag, 10. Oktober, 14:00 Uhr
Geschichte(n) aus dem Wasserviertel (Führung)
Dr. Andrea Gropp, Roland Wolf
Treffpunkt: Philosophenweg (Haltestelle „Hansegracht“)

Der etwa 90-minütige Spaziergang führt einmal quer durchs „Wasserviertel“ – und mitten hinein in die Geschichte Duisburgs. Zunächst erfahren wir, wieso das Viertel entstanden ist, was sich früher an seiner Stelle befand und was es eigentlich mit dem Wasser zu tun hat.

Der Rundgang zeigt aber auch, wo einst Luftfahrtpioniere ihre ersten Flugversuche unternahmen, wer das Theater baute, welche „Brücke“ vom Wasserviertel aus über den Ärmelkanal führte und was Gerhard Mercator mit dem Landfermann-Gymnasium zu tun hat. Auch die Spuren, welche die beiden Weltkriege im Wasserviertel auf ganz unterschiedliche Weise hinterlassen haben, werden sichtbar.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Nördliches Wasserviertel 20er Jahre. Foto: Stadtarchiv Duisburg

Samstag, 17. Oktober, 14:00 Uhr
Sieben Brunnen in der Innenstadt (Führung)
Margret Stohldreier
Treffpunkt: Burgplatz (Mercatorbrunnen)

Im Sommer – frisch gereinigt – beleben sie sprudelnd das Stadtbild. Im Winter hingegen wirken sie oft trist und verlassen, mitunter auch verschmutzt oder sogar von Bauzäunen umstellt: scheinbar nutzlos oder im Weg stehend. Dabei prägen die Brunnen der Duisburger Innenstadt den öffentlichen Raum auf besondere Weise. Die rund einen Kilometer lange „Brunnenmeile“ auf der Königstraße entstand in den Jahren vor 1993 als bewusst angelegter Skulpturenweg. Ein bundesweiter Wettbewerb entschied über das Konzept des Braunschweiger Architekten Hartmut Rüdiger, an allen Einmündungen der Querstraßen Brunnen zu platzieren und so markante Orte im Stadtraum zu schaffen.

Dabei sind die Brunnen nicht nur als lebensspendende Elemente gedacht, sondern auch als künstlerische Gestaltungsmomente: Sie sind aus verschiedenen Richtungen sichtbar, dienen als unverwechselbare Treffpunkte und setzen der architektonischen Anonymität eine eigene künstlerische Prägnanz entgegen.In der Führung stellt Margret Stohldreier die Ideen, Hintergründe und Beweggründe der beteiligten Künstlerinnen und Künstler vor und lädt dazu ein, die Brunnen der Innenstadt neu wahrzunehmen.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

André Volten: Die Waschmaschine. Foto: Raimond Spekking, CC BY-SA 3.0

Sonntag, 18. Oktober, 11:15 Uhr
Die Geschichte der Stadt und ihres Wandels (Mercator Matinée)
Frank Scheidemann
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Seit die Menschheit vor ca. 11.000 Jahren sesshaft wurde, entwickelten sich im Laufe der letzten siebentausend Jahre mit dem Einsetzen eines rapiden Bevölkerungswachstums komplexe Gesellschaften, die an befestigten Orten immer differenziertere Strukturen des Zusammenlebens aufwiesen. Beginnend mit Mesopotamien, gefolgt von Ägypten, Griechenland und Rom, entstanden in diesen Kulturen immer imposantere Städte, die schon bald alles beinhalteten, was auch heute noch unsere Städte ausmacht und kennzeichnet. Der Kunsthistoriker Frank Scheidemann nimmt die Gäste mit auf eine rasante Tour durch die Geschichte der Stadtentwicklung bis in unsere heutige Zeit.

Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei

Collage, Wilfried Schaus-Sahm

Samstag, 24. Oktober, 14:00 Uhr
Dellephanten und Platzhirsche – Street-Art im Dellviertel (Führung)
Ferdinand Leuxner
Treffpunkt: Auf dem Dellplatz

Das Dellviertel, das sich um den namensgebenden Dellplatz erstreckt, ist Duisburgs Zentrum für Kunst und Kultur. Neben Ateliers, Kinos und Museen gibt es im Stadtteil eine vielfältige Street-Art-Szene, die ihre Werke direkt in den Straßen und auf den Plätzen präsentiert.

Gehen Sie mit dem Historiker Ferdinand Leuxner auf Entdeckungsreise zu den kleinen und großen Kunstwerken zwischen Kantpark und Steinscher Gasse. Welche Bedeutung hat Street-Art? Welche Arten gibt es? Und was hat es mit den Dellephanten und Platzhirschen im Dellviertel auf sich?
Bitte Lupen mitbringen!

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Am Dellplatz gibt’s viel zu entdecken. Foto: Willy Horsch, CC BY 3.0

Samstag, 7. November, 14:00 Uhr
Langweilige Museen? Nur was für verregnete Sonntage – oder nicht? (Vortrag)
Margret Stohldreier
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Gerade in unserer näheren Umgebung finden sich zahlreiche Museen mit anschaulichen Ausstellungen zur Frühen Neuzeit – jener Epoche, in der auch Gerhard Mercator lebte und wirkte.

Anhand zahlreicher Fotografien aus unterschiedlichen Häusern richtet der Vortrag den Blick auf Themen, die besonders für ein Duisburger Publikum von Interesse sind. Vorgestellt werden Museen in Moers, Mülheim, Kaiserswerth, Hilden und Essen (Schloss Borbeck) sowie das Stadtmuseum Düsseldorf.

Ergänzend hat Margret Stohldreier ein Informationsblatt mit den wichtigsten Zugangsdaten zu den vorgestellten Museen zusammengestellt, das den Teilnehmenden ausgehändigt wird.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

So sieht es im Museum schon lange nicht mehr aus... Sammlung des Duisburger Altertumsvereins im neuen Rathaus, 1902
So sieht es im Museum schon lange nicht mehr aus… Sammlung des Duisburger Altertumsvereins im neuen Rathaus, 1902

Samstag, 14. November, 14:00 Uhr
Duisburg reloaded! Die faszinierende Karte des Stadtgeometers von 1878 (Vortrag)
Markus Schneider-Bachmann
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Wir schreiben das Jahr 1878: Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg und der Reichsgründung 1871 kam die Wirtschaft auch in Duisburg stark in Schwung. Anders als in späteren Zeiten war das Stadtsäckel gut gefüllt. Auf dieser Grundlage zeichnete der damalige Stadtgeometer Gabel einen Plan Duisburgs, der die Stadt zeigte, wie sie war und – wie sie sein sollte. Hier sehen wir die Entwürfe für die meisten Straßenzüge, wie wir sie heute kennen. Und so manches Relikt aus dieser Zeit, an das sich manche noch erinnern werden.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

www.landesarchiv-nrw.de, Abt Rheinland, RW Karten, Nr. 4520 1, Ausschnitt
www.landesarchiv-nrw.de, Abt Rheinland, RW Karten, Nr. 4520 1, Ausschnitt

Sonntag, 15. November, 11:15 Uhr
Megacities (Mercator Matinée)
Prof. Dipl.-Ing. Dita Leyh
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

2050, so prognostizieren die Vereinten Nationen, werden nahezu 70 Prozent der Weltbevölkerung in urbanen Räumen leben. Die Prozesse der Verstädterung verlaufen dabei sehr unterschiedlich: Während in Deutschland derzeit viele Großstädte Einwohner verlieren und mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Klein- und Mittelstädten lebt, entstehen außerhalb Europas sogenannte Megacities mit bis zu 30 Millionen Einwohnern – etwa die Stadt Chongqing in China.

Die Herausforderungen, vor denen solche Städte stehen, sind mit bisherigen Urbanisierungsentwicklungen kaum vergleichbar. Wie sind diese Städte organisiert, wie unterscheiden sie sich kulturell und wie können sie planerisch gesteuert werden? Welche Potenziale ergeben sich daraus für die Zukunft unseres gemeinsamen Lebensraums?

Anmeldung unter 0203 283 2640 oder ksm-service@stadt-duisburg.de empfohlen. Eintritt: 6 € / ermäßigt 4 € / für Mitglieder der Mercator-Gesellschaft kostenfrei

Puerto Madero, Stadtteil von Buenos Aires (Argentinien). Foto: Deensel, CC BY 2.0

Samstag, 28. November, 14:00 Uhr
Mercators Weltkarte von 1569 – Grundlage unserer Navigation (Vortrag)
Werner Pöhling
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Rund 30 Jahre lang tüftelte der Universalgelehrte Gerhard Mercator an seiner berühmten Weltkarte „für die Seefahrt“, die seit 450 Jahren Grundlage aller modernen Navigation ist. In den Jahrhunderten davor hatten alle Kartographen und Seeleute das Problem, dass sich trotz genauester Berechnung der Kurs nie exakt festliegen ließ. Wie einfach und zugleich genial Mercator seine Karte entwickelte, erläutert Werner Pöhling in seinem Kurzvortrag.

Die anschließende Führung durch die Mercator-Schatzkammer bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben und die bahnbrechenden Leistungen des bedeutenden Duisburger Kosmographen – und zeigt, wieso wir noch heute dank Mercator „auf gutem Kurs“ sind.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Gerhard Mercator: ad usum navigantium, 1569 (modern koloriert)
Gerhard Mercator: ad usum navigantium, 1569 (modern koloriert)

 


Samstag, 5. Dezember, 14:00 Uhr
Aus dem Leben Gerhard Mercators (szenische Lesung)
Mercators Nachbarn
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Fast pünktlich zu Mercators Todestag Anfang Dezember führen „Mercators Nachbarn“ ihre beliebte szenische Lesung zu prägenden und turbulenten Lebensstationen des Gelehrten auf. Die Besucher erfahren nicht nur einiges aus dem Leben Gerhard Mercators, sondern lernen auch seine Duisburger Freunde und Kollegen kennen.

Die Darsteller kleiden sich zu diesem Anlass in selbstgeschneiderte Gewänder aus der Zeit des 16. Jahrhunderts, die die Gewandmeisterin Ulrike Altegoer angefertigt hat.

Anmeldung unter 0203/2832640, ksm-service@stadt-duisburg.de wird empfohlen. Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

„Mercators Nachbarn“ bei der Verleihung des Heimatpreises 2025. Foto: Ulrich Peter

Samstag, 12. Dezember, 14:00 Uhr
Der Dritte Geldrische Erbfolgekrieg (Vortrag)
Christian Majowski
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

Zur Zeit von Gerhard Mercator gehörte Duisburg zum Herzogtum Jülich-Kleve-Berg. Herzog Wilhelm V. galt vor allem in Religionsfragen als besonders tolerant – mit ein wichtiger Grund dafür, dass sich Mercator und andere Gelehrte in seinem Reich niederließen. Schließlich war es ihnen hier möglich, ohne Angst vor der Inquisition zu leben und zu arbeiten.

Doch wie kam es zu dieser Politik? Ein wichtiger Ausgangspunkt ist der Dritte Geldrische Erbfolgekrieg, in dem Wilhelm dem mächtigen Kaiser Karl V. gegenüberstand. Der Habsburger Kaiser konnte den Konflikt für sich entscheiden – und den unterlegenen Herzog zu einer toleranten Politik den Katholiken gegenüber verpflichten. Doch dank seines klugen Beraters Konrad Heresbach schaffte es Wilhelm, die Notlage zum Guten zu nutzen und nicht nur die eine Seite zu stärken, sondern auch die Protestanten gewähren zu lassen. Gleichzeitig musste der Herzog auf wesentliche Territorien verzichten. Der Vortrag beleuchtet, wie es zu dem Konflikt kam und welche Bedeutung der Ausgang für das Herzogtum am Rhein hatte.

Die Teilnahme ist kostenfrei; es wird um eine Spende für die Mercator-Gesellschaft gebeten.

Dirck Volckertszoon Coornhert: Wilhelm V. unterwirft sich Kaiser Karl V., um 1555